Osmosewasser für Caridina-Garnelen richtig herstellen – Die komplette Anleitung
- 6. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Aug.
Du hast bereits eine Osmoseanlage zu Hause und möchtest nun Wasser für deine Caridina-Garnelen herstellen, weißt aber nicht genau, worauf du achten musst? Damit bist du nicht allein. Gerade am Anfang wirken Begriffe wie Leitwert, Aufhärtesalz oder Osmosewasser oft komplizierter, als sie tatsächlich sind.
Dabei ist die Herstellung des richtigen Wassers einer der wichtigsten Bausteine für eine erfolgreiche Caridina-Haltung und -Zucht. Sind die Wasserwerte einmal korrekt eingestellt, schaffst du optimale Bedingungen für gesunde Garnelen, eine problemlose Häutung und erfolgreichen Nachwuchs.
In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du aus Osmosewasser perfektes Garnelenwasser herstellst, welche Fehler du vermeiden solltest und worauf es wirklich ankommt.
Welches Aufhärtesalz ist das richtige?
Für Caridina-Garnelen solltest du ein reines GH+ Aufhärtesalz verwenden. Im Gegensatz zu GH/KH+-Salzen erhöht dieses nur die Gesamthärte (GH), während die Karbonathärte (KH) nahezu unverändert bei 0 bleibt. Genau diese Wasserwerte bevorzugen die meisten Caridina-Arten in Kombination mit aktivem Soil
Mittlerweile gibt es mehrere gute Hersteller auf dem Markt. Solange du ein hochwertiges GH+ Salz für Bienengarnelen verwendest, machst du in der Regel nichts falsch.

Wir selbst nutzen seit Jahren das SaltyShrimp Bee Shrimp Mineral GH+ und haben damit durchweg gute Erfahrungen gemacht. Es löst sich schnell auf, lässt sich einfach dosieren und liefert zuverlässige Wasserwerte für unsere Caridina-Zucht
Osmosewasser herstellen
Nun geht es an die eigentliche Herstellung des Wassers. Dafür benötigst du natürlich deine Osmoseanlage. Das erzeugte Osmosewasser solltest du jedoch nicht direkt ins Aquarium laufen lassen. Während des Befüllens würden sich die Wasserwerte im Becken ständig verändern, was für die Garnelen unnötigen Stress bedeuten kann.
Stelle das Wasser stattdessen immer in einem separaten Behälter her. Das kann ganz einfach ein Eimer oder eine Regentonne sein. Viele Züchter nutzen bei größeren Anlagen auch einen fest installierten Osmosewassertank, beispielsweise oberhalb eines Aquariumregals. Dort kann das Wasser in Ruhe produziert, anschließend mit Aufhärtesalz auf die gewünschten Werte eingestellt und erst danach ins Aquarium gegeben werden.
So hast du die Wasserwerte jederzeit unter Kontrolle und kannst sicher sein, dass das Wasser perfekt vorbereitet ist, bevor es zu den Garnelen gelangt.
Genau. Das frische Wasser mit 250 µS/cm senkt den Leitwert im Aquarium leicht ab. Wie stark, hängt vom Anteil des gewechselten Wassers ab.
Das Osmosewasser aufhärten
Sobald genügend Osmosewasser im Behälter ist, wird das GH+-Salz hinzugegeben. Wenn du nach einiger Zeit genau weißt, wie viel Salz du für deine übliche Wassermenge benötigst, kannst du es auch bereits während des Befüllens in den vorbereiteten Behälter geben. Durch die Bewegung des einlaufenden Wassers löst es sich meist schneller auf.
Orientiere dich bei der Dosierung zunächst an den Herstellerangaben. Da die tatsächlichen Werte je nach Ausgangswasser, Salz und Messgerät etwas abweichen können, solltest du den Leitwert anschließend immer mit einem Leitwertmessgerät kontrollieren.
Praxisbeispiel: In unserem Caridina-Aquarium liegt der Leitwert bei etwa 300 µS/cm. Das frische Wechselwasser härten wir in der Regel auf ungefähr 200 µS/cm auf. Dadurch wird das vorhandene Aquarienwasser beim Wasserwechsel leicht verdünnt und der Leitwert im Becken etwas abgesenkt.

Wie stark der Leitwert sinkt, hängt von der gewechselten Wassermenge ab. Bei einem Wasserwechsel von 20 Prozent würde der Leitwert rechnerisch beispielsweise von 300 auf etwa 280 µS/cm fallen. Erst bei einem vollständigen Wasserwechsel würde sich der Leitwert vollständig dem Wert des frischen Wassers von 200 µS/cm annähern.
Durch das etwas niedriger aufbereitete Wechselwasser gleichen wir unter anderem den langsamen Anstieg des Leitwerts aus, der im laufenden Aquarium beispielsweise durch Fütterung, Ausscheidungen und andere gelöste Stoffe entstehen kann.
Wechselwasser rechtzeitig vorbereiten
Wir bereiten unser Wechselwasser grundsätzlich ein bis zwei Tage vor dem Wasserwechsel vor. So hat das Wasser genügend Zeit, damit sich das Aufhärtesalz vollständig löst und die Temperatur sich an die Raumtemperatur anpasst.
Da die meisten Caridina Aquarien ohnehin unbeheizt betrieben werden, hat das Wechselwasser nach dieser Zeit meist genau die richtige Temperatur. Dadurch vermeidest du unnötige Temperaturschwankungen beim Wasserwechsel.
Während viele Fischarten durch größere Temperaturwechsel sogar zum Laichen angeregt werden können, bevorzugen Caridina Garnelen möglichst stabile Bedingungen. Starke Schwankungen bei Temperatur oder Wasserwerten bedeuten für sie vermeidbaren Stress.
Das Wasser ist einsatzbereit
Sobald das Aufhärtesalz vollständig gelöst ist und das Wasser die gewünschte Temperatur sowie den passenden Leitwert erreicht hat, ist es bereit für den Wasserwechsel.
Jetzt kannst du das vorbereitete Wasser langsam in dein Aquarium geben und deinen Wasserwechsel wie gewohnt durchführen.
Bobs Kommentar:
Nimm dir für die Vorbereitung des Wechselwassers lieber ein paar Minuten mehr Zeit. Caridina Garnelen danken es dir mit einer besseren Gesundheit, einer höheren Vermehrungsrate und deutlich weniger Ausfällen. Versuche, dir eine feste Routine aufzubauen und jeden Wasserwechsel möglichst gleich durchzuführen. So vermeidest du unnötige Schwankungen bei Temperatur und Wasserwerten.
Gerade Babygarnelen reagieren besonders empfindlich. Zu kaltes Wechselwasser, starke Leitwertunterschiede oder ein zu schneller Wasserwechsel können dazu führen, dass Jungtiere einfach verschwinden. Konstante Bedingungen sind deshalb einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Caridina-Haltung und -Zucht
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