Keimdichte im Aquarium senken – Die besten Tipps aus der Praxis
- 7. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Aug.
Den Begriff „Keimdichte“ hast du in der Aquaristik bestimmt schon einmal gehört. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint? Warum spielt sie eine so wichtige Rolle für die Gesundheit von Garnelen und Fischen? In diesem Beitrag erklären wir dir einfach und verständlich, was hinter der Keimdichte steckt und wie du sie dauerhaft niedrig hältst
Was ist überhaupt genau die Keimdichte?
Unter der Keimdichte versteht man die Anzahl an Mikroorganismen, die sich im Aquarienwasser befinden. Dazu gehören vor allem Bakterien, aber auch Pilze, Einzeller und andere Mikroorganismen.
Wichtig zu wissen ist: Eine gewisse Keimdichte ist völlig normal und sogar notwendig. Ohne nützliche Bakterien würde ein Aquarium gar nicht funktionieren, da sie beispielsweise Futterreste, Ausscheidungen und andere organische Stoffe abbauen.
Zum Problem wird es erst, wenn sich bestimmte bösartige Keime zu stark vermehren. Das passiert häufig, wenn sich viele organische Abfälle im Aquarium ansammeln oder die Pflege vernachlässigt wird. Dann steigt die Keimdichte immer weiter an und die Aquarienbewohner stehen unter einem höheren Keimdruck. Das bedeutet, ihr Immunsystem muss deutlich mehr Arbeit leisten und Krankheitserreger haben es leichter, sich auszubreiten.
Das Ziel ist daher nicht, ein steriles Aquarium zu schaffen – das wäre weder möglich noch sinnvoll. Viel wichtiger ist es, durch eine gute Aquarienpflege dafür zu sorgen, dass die Keimdichte dauerhaft auf einem niedrigen und für Garnelen und Fische unproblematischen Niveau bleibt.

Wodurch steigt die Keimdichte im Aquarium?
Je mehr organische Stoffe sich im Aquarium ansammeln, desto mehr Nahrung steht Bakterien und anderen Mikroorganismen zur Verfügung. Dadurch kann sich die Keimdichte mit der Zeit deutlich erhöhen. Häufige Ursachen sind:
Futterreste (zu viel Futter)
Ausscheidungen von Garnelen, Fischen und Schnecken
Abgestorbene Pflanzenteile
Laub und andere organische Materialien, die zersetzt werden
Tote Tiere, die nicht rechtzeitig entfernt werden
Mulm und organische Ablagerungen im Bodengrund oder Filter
Zu seltene oder zu kleine Wasserwechsel
Überbesatz und die damit verbundene höhere organische Belastungen
Wie lässt sich nun die Keimdichte im Aquarium wieder senken?
1. Regelmäßige Wasserwechsel
Der Wasserwechsel ist die wichtigste Maßnahme, um die Keimdichte im Aquarium dauerhaft niedrig zu halten. Mit jedem Wasserwechsel verdünnst du die Konzentration der im Wasser befindlichen Keime sowie gelöster organischer Stoffe. Gleichzeitig werden diese Stoffe aus dem Aquarium entfernt und durch frisches Wasser ersetzt.
Dadurch befinden sich nicht nur weniger Keime im Wasser, sondern den verbleibenden Mikroorganismen steht auch weniger Nahrung zur Verfügung. Sie können sich deshalb nicht mehr so stark vermehren. Genau aus diesem Grund gehören regelmäßige Wasserwechsel zu den effektivsten Maßnahmen, um die Keimdichte dauerhaft niedrig zu halten und ein gesundes Umfeld zu schaffen.
2. Organische Belastungen möglichst gering halten
Alles, was sich im Aquarium zersetzt, trägt langfristig zu einer höheren Keimdichte bei. Dazu gehören unter anderem Futterreste, Ausscheidungen, abgestorbene Pflanzenteile, zersetztes Laub, tote Tiere oder größere Mengen Mulm.
Deshalb lohnt es sich, das Aquarium möglichst sauber zu halten. Entferne tote Tiere zeitnah, füttere nicht übermäßig und achte darauf, dass sich organische Ablagerungen nicht unnötig ansammeln.
Natürlich senkt das Entfernen organischer Belastungen die Keimdichte nicht von heute auf morgen. Wer jedoch dauerhaft auf eine saubere Beckenhygiene achtet und unnötige organische Belastungen vermeidet, schafft langfristig die Grundlage für eine dauerhaft niedrige Keimdichte und ein gesundes Aquarium.
3. Huminstoffe einsetzen
Huminstoffe können ebenfalls dabei helfen, die Keimdichte im Aquarium niedrig zu halten. Sie wirken dabei nicht wie ein Desinfektionsmittel, sondern beeinflussen das Milieu im Wasser.
Bestimmte Bestandteile von Huminstoffen können das Wachstum potenziell krankmachender Keime hemmen. Unter anderem können sie Zellmembranen und Stoffwechselprozesse von Mikroorganismen beeinflussen sowie bestimmte Nähr- und Spurenelemente binden. Dadurch verschlechtern sich für einige problematische Keime die Bedingungen und sie können sich weniger stark vermehren.

Zusätzlich können Huminstoffe die natürliche Mikroflora im Aquarium positiv beeinflussen. Sie ersetzen keinen Wasserwechsel, sind aber eine sinnvolle Ergänzung, um dauerhaft ein stabiles und keimärmeres Milieu zu unterstützen.
4. UVC-Klärer einsetzen
Ein UVC-Klärer kann die Keimdichte im Aquarium deutlich reduzieren. Das Wasser wird dabei an einer UV-C-Lampe vorbeigeleitet. Die energiereiche UV-C-Strahlung schädigt die DNA von Bakterien, Einzellern, Schwebealgen und anderen Mikroorganismen. Dadurch können sie sich nicht mehr vermehren und sterben mit der Zeit ab.
Wichtig ist jedoch: Ein UVC-Klärer wirkt nur auf die Mikroorganismen, die mit dem Wasser durch das Gerät transportiert werden. Keime, die auf dem Bodengrund, an Pflanzen, der Dekoration oder im Biofilm sitzen, werden nicht direkt erfasst.

Deshalb ersetzt ein UVC-Klärer weder regelmäßige Wasserwechsel noch eine gute Aquarienpflege. Er kann die Keimdichte jedoch wirkungsvoll senken und ist besonders in Zuchtanlagen, stark besetzten Aquarien oder bei sehr empfindlichen Arten durchaus eine sinnvolle Ergänzung
Bobs Kommentar
Wenn wir heute noch einmal ganz von vorne anfangen würden, wäre die Keimdichte eines der Themen, auf die wir von Anfang an viel mehr achten würden. Rückblickend hat sie uns vermutlich mehr Tiere gekostet als viele andere Faktoren. Das Schwierige ist, dass man sie eben nicht einfach mit einem Wassertest messen kann. Die Wasserwerte sehen oft völlig unauffällig aus und trotzdem läuft das Becken einfach nicht richtig.
Mit der Zeit haben wir deshalb unsere Aquarien immer einfacher eingerichtet. Ein dünner Bodengrund, möglichst wenig Stellen, an denen sich Schmutz ansammeln kann, und ein Becken, das sich schnell und gründlich reinigen lässt. Dazu regelmäßige Wasserwechsel und Huminstoffe – mehr braucht es in unseren Augen oft gar nicht.
Seit wir unsere Becken nach diesem Prinzip betreiben, haben wir deutlich weniger Probleme und wesentlich stabilere Aquarien. Manchmal sind es eben die Basics, die langfristig den größten Unterschied machen
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