Soil im Garnelenaquarium wechseln – den richtigen Zeitpunkt erkennen
Aktualisiert: 5. Sept.
Die Pufferwirkung lässt nach und der pH-Wert steigt
Mit zunehmender Laufzeit kann die Pufferwirkung des Soils nachlassen. Ein erstes Anzeichen dafür ist ein pH-Wert, der dauerhaft über den bisherigen Bereich steigt. In unserer Zucht ist ein pH-Wert von über 6 ein gängiger Orientierungspunkt. Teilweise beobachten wir, dass ältere Becken ab diesem Bereich nicht mehr ganz so zuverlässig laufen: Die Tiere vermehren sich schlechter oder es kommt weniger Nachwuchs hoch. Treffen diese Veränderungen zusammen, kann der richtige Zeitpunkt für einen Soilwechsel gekommen sein.
Der pH-Wert allein sollte jedoch nicht über einen Austausch entscheiden. Vermehren sich die Garnelen weiterhin, wachsen ausreichend Jungtiere heran und treten keine ungewöhnlichen Ausfälle auf, besteht kein Grund, ein funktionierendes Becken nur wegen eines Messwertes neu aufzusetzen. Relevant wird der steigende pH-Wert vor allem dann, wenn gleichzeitig auch die Zuchtleistung oder die allgemeine Stabilität des Beckens nachlässt.
Die Zuchtleistung lässt nach
Ein gut laufendes Zuchtbecken erkennt man nicht nur daran, dass die Garnelen Eier tragen. Entscheidend ist, dass regelmäßig Nachwuchs hochkommt und der Bestand wächst. Werden mit der Zeit weniger Weibchen tragend, kommen kaum noch Jungtiere hoch oder wirken die Garnelen insgesamt weniger aktiv, kann das darauf hindeuten, dass die Bedingungen im Becken nicht mehr optimal sind.
Besonders auffällig ist das, wenn ein Aquarium zuvor lange zuverlässig gelaufen ist und die Zuchtleistung ohne erkennbare Veränderung allmählich nachlässt. In diesem Fall könnte ein Soilwechsel anstehen, um wieder stabile Bedingungen für die Garnelen und ihren Nachwuchs zu schaffen.
Wenn die UGF-Box verschlammt
Bei einer UGF-Box wird das Wasser kontinuierlich durch den Soil gezogen. Dabei gelangen auch feinste Schwebstoffe, Futterpartikel und Mulm zwischen die einzelnen Soilkörner. Mit der Zeit kann sich dort eine immer dichtere Schlammschicht bilden. Die Zwischenräume setzen sich langsam zu und der Wasserdurchfluss nimmt deutlich ab. Gleichzeitig sammelt sich viel organisches Material in der Box an, das die Keimdichte erhöhen und die Stabilität des Beckens beeinträchtigen kann.
Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Soil bereits verbraucht ist. Häufig funktioniert seine Pufferwirkung noch, während lediglich die Durchströmung durch die Verschlammung eingeschränkt wird. Herkömmliche, geschlossene UGF-Boxen lassen sich in diesem Zustand kaum gründlich reinigen. Meist muss die komplette Box ausgeräumt und anschließend neu befüllt werden.
Genau aus diesem Grund haben wir unsere UGF-Box mit einer Reinigungsklappe an der Unterseite entwickelt. Dadurch kann sie kurz aus dem Aquarium genommen, geöffnet und vorsichtig mit entnommenem Aquarienwasser durchgespült werden. So lässt sich der angesammelte Schlamm aus der Box und aus dem Aquarium entfernen. Das reduziert die organische Belastung, verbessert den Durchfluss und ermöglicht es, den vorhandenen Soil weiterzuverwenden, sofern seine Pufferwirkung noch ausreicht. Das spart in der Praxis viel Zeit, Arbeit und Nerven und macht die langfristige Pflege der UGF-Box deutlich einfacher
Bobs Kommentar Den richtigen Zeitpunkt für einen Soilwechsel zu erkennen, erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Ein pH-Wert über 6 ist noch kein Grund, das Becken sofort neu aufzusetzen. Es gibt durchaus Garnelenstämme, die auch bei einem höheren pH-Wert weiterhin gut laufen und sich zuverlässig vermehren. Deshalb beobachten wir immer das gesamte Becken: Sind die Garnelen aktiv? Werden die Weibchen tragend? Kommt ausreichend Nachwuchs hoch und bleiben ungewöhnliche Verluste aus? Solange diese Punkte passen, darf der Soil trotz eines pH-Werts über 6 ruhig weiterlaufen. Ein Wechsel wird erst sinnvoll, wenn mehrere Anzeichen darauf hindeuten, dass sich die Bedingungen im Becken tatsächlich verschlechtern. Never change a running system.






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